Presseberichte
Grün, Blau - noch mehr Farbe
Die Wiesenburger Schlossparknacht war ein Genuss für alle Sinne. Ein jeder konnte selbst dazu beitragen.
Märkische Allgemeine Zeitung vom 28. September 2009
Die Wiese ist so schön grün... Angesichts der Dunkelheit darf die Feststellung durchaus Erstaunen hervorrufen. Ihr feines Leuchten überträgt sich prompt in die Augen des Publikums.
Diese galt es, Sonnabend bei der Wiesenburger Schlossparknacht offen zu halten. Zum sechsten Mal hatte der Parkförderverein zu der Veranstaltung eingeladen., fast 3000 Besucher waren dabei. Unter dem Motto "Mysterium Botanicum" war das Gartendenkmal einmal mehr, doch neu mit Kerzenschein und Feuer, Strahlern und Leuchten in Szene gesetzt worden. Die exklusiven Gehölze und Gewächse, samt der sie rahmenden Architektur, sind ergänzt worden mit 22 Installationen.
Als sich computeranimiert Ranken an der Fassade des Schlosses empor schlängeln, ohne das der Rechner dabei eingeht, ist's geschafft. Wochenlang hatte ein neunköpfiges Kollektiv um Antje Beyer, zuletzt ergänzt von einer riesigen Schar freiwilliger Helfer, an der Realisierung der umfangreichen- und facettenreichen Ideen gearbeitet. "Mit wenigen Ausnahmen hat alles prima geklappt", resümierte die einheimische Lichtdesignerin. Mehr mit prüfendem, denn genießenden Blick war die 31-jährige selbst auf den 2,5 Kilometer Wegen unterwegs und daher gestern Nachmittag an den Eindrücken der anderen interessiert.
Originelles wie das Blütenmeer am Steintisch, Dekoratives wie den Paradiesgarten gehören zu den Entdeckungen. Oder die "Engelswurz" von Sabine Baumgartner. Die Lichtkünstlerin aus Regensburg hat ihre Nachbildung der Heilpflanze beigesteuert. Ein leuchtendes Rechteck fordert zum "Durchblick" in die weite Landschaft heraus. Eigene Aktivität ist überhaupt gefragt. Wie Kinder freuen sich Erwachsene, wenn sie den Weg durch das Kerzenlabyrinth geschafft haben. Jung und Alt sind nicht minder bei der Sache, wenn es um die Gestaltung eines Baumes mit Blättern und Früchten geht. Dann darf ausnahmsweise etwas mehr Farbe als das dominierende Grün und Blau zu sehen sein. Derweil die weiteren Sinne mit kulinarischen Köstlichkeiten, Literatur, Musik und Theater verwöhnt werden. Im Schwarzlichttheater am Tennisplatz kommt sogar ein Skelett - womöglich das des Popmusikkönig Michael Jackson - zum Mond(-schein)spaziergang. Während dessen ein paar Meter weiter die amerikanische Bitternuss als sprechender Baum zwar ihre Früchte für ungenießbar, sich selbst aber wohl zurecht als Zierde des Parks bezeichnet. Dessen besonderer Zauber in dieser Nacht spiegelt sich dann bei der abschließenden Wasser-Licht-Show der Freiwilligen Feuerwehr wider. Sie taucht alles noch einmal in Farbe, ehe die Lichter erlöschen und die grüne Wiese im Morgentau einen neuen Reiz haben wird.