Presseberichte
Kontrastprogramm mit Farbtupfern
Wiesenburger Schlossparknacht hat neue An- und Einsichten zu Tage gefördert
Märkische Allgemeine Zeitung vom 29. September 2008
"Der höfliche Mensch vermeidet es seinen Fuß in den Schatten seines Nachbarn zu setzen." Chinesisches Sprichwort
Der Rat, der einem am Eingang neben der Schlossschänke mit auf den Weg gegeben wird, ist nicht einfach einzuhalten. Denn es gibt reichlich Licht von Strahlern, Lampen, Kerzen und Feuerschalen.
So geleitet, verführt und bezaubert haben ich am Sonnabend rund 2500 Besucher zur Wiesenburger Schlossparknacht auf Entdeckungstour im Gartendenkmal begeben. Der zum vierten Mal auf diese Weise inszenierte Abschluss der Gartensaison hat nicht nur wieder neu An- sondern auch ein paar Einsichten zu Tage gefördert.
"Ein langer Schatten ist noch kein Beweis für Größe" steht an der abgeschnittenen Buche nahe dem Prinzessinnenbad. In dem wiederum zieht eine Miniatureisenbahn zwar nur ihre Kreise. Aber derart in Szene gesetzt, fordert sie Groß und Klein zum mutigen Blick über den Feldsteinrand heraus. Neue Perspektiven kann man zudem entdecken, wer vom Südzipfel des Mühlenteiches über die "Mondscheinfahrt" zur Marienkirche herüberblickt, in deren Turm es leuchtet,
Der Schatten folgt auf dem Fuße. Das soll so sein, fängt er doch die gebannten Blicke ein. Auf der Terrasse des Schlosses beispielsweise, wo Sandra Kupko und ihr Partner die Höfischen Tänze voll Eleganz darbieten. Oder auf der Märcheninsel, wo die Gruboer Puppenbühne ein Schattenspiel aufführt.
Das Motto "Licht und Schatten" hatte sich aufgedrängt, nachdem in den vergangenen Jahren Tänzerinnen und Flötisten so buchstäblich ins Rampenlicht geraten waren. Wie sich die Veranstalter der faszinierenden Wirkung von Hell und Dunkel, Schwarz und Weiß genähert haben, lässt sich am „Schattenwelten“-Tunnel auf der Forsthauswiese erahnen. Gleichwohl haben die vier maßgeblichen LichtdesignerInnen mit der einheimischen Antje Beyer an der Spitze das Spektrum der Farben ausgenutzt. Das „Blütenmeer“ auf dem Schlossteich wird nicht von ungefähr die Kulisse für das bunte Finale aus Musik und Fontänen, das viel zu schnell vorüber ist. Die Bilder wenigstens bleiben im Kopf.
"Wer Bäume setzt, obwohl der weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen" wird Literat Rabindranath Tragore zitiert - an jener Stelle, wo in diesem Jahr Rhododendren und Buchen gepflanzt worden sind. In einer aufregenden Nacht im Januar 2007 hatte Orkantief „Kyrill“ dort Buche und Eiche zu Fall gebracht. Bei Tagesanbruch gestern war dieser Schatten der Vergangenheit etwas mehr verblasst.