Presseberichte
Zweierlei Ausstellungen
Fotografien Brandenburger Parkanlagen/Wettbewerb zum Kunstwanderweg
BRAWO vom 14. September 2008
An sonnigen Tagen zieht der Wiesenburger Schlosspark immer wieder zahlreiche Besucher grün an und betört mit einer schier unendlichen Variationspalette in Grün - von Schilf- über Lindgrün, bis hin zu Moos-, Flaschen- und Blaugrün. Die das Auge immer wieder betörenden Farben dieser einzigartigen Anlage haben jetzt in einer Ausstellung Einzug in die Kunsthalle in Wiesenburg gehalten. Während dort noch vor drei Wochen Kunstwerke aus Stahl zu bewundern waren, sind es jetzt einzigartige Fotografien von Rainer Meissle, die Brandenburger Parkanlagen zeigen und eingesandte Schnappschüsse des Fotowettbewerbes zum Kunstwanderweg "Hoher Fläming".
Der Fotograf, Filmemacher und Journalist Rainer Meissle präsentiert noch bis zum 20. September in Wiesenburg Aufnahmen unbekannter, wie bekannter Brandenburger Parkanlagen. Zu letzteren zählt zweifellos der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Curt von Watzdorf angelegte Schlosspark in Wiesenburg. Meissles Bilder zeigen eindrucksvolle Momente aus dem Schlosspark, dessen Schönheit geradezu einzigartig in ihnen wiedergegeben wird. Grund dafür mag auch das Format der Aufnahmen ein. "Großformatige Bilder", so der Fotograf, "zeigen mehr als der menschliche Blick beim Hinsehen erfassen kann." Die mehr als 30 Gäste der Vernissage waren jedoch nicht nur von der Kunst des Fotografen begeistert, sondern auch von einem kleinen literarischen Spaziergang durch Parks und Gärten Brandenburgs. Rainer Meissle und Alrun Schulze, bekannt durch ihre einzigartigen Führungen als "Wiesenburger Waldgeflüster" durch den Schlosspark, lasen an diesem Nachmittag erstmals aus dem im Herbst neu auf den Markt kommenden Bild-Textband mit dem Titel "Park und Gärten in Brandenburg - Literarische Spaziergänge". Die anwesenden Gäste erfreuten sich an einem wunderbaren Lesegenuss über Wiepersdorf, Petzow und Wiesenburg.
Der Park Wiesenburg beherbergt, dank der Sammelleidenschaft seines wichtigsten Gestalters, zahlreiche Gehölzarten aus fernen Ländern. Curt von Watzdorf liebte ausgefallene Bäume und Sträucher. Er schmückte seinen Park unter anderem mit Douglaien und Magnolien. Letztere galten um 1863 noch als absolute Rarität. Wer damals seinen Garten mit ihnen schmücken konnte, bewiese Reichtum und guten Geschmack. Die Bilder von Rainer Meissle die Landschaft als harmonisches Ganzes. Da verwundert es nicht, dass während der Vernissage am vergangenen Sonntagnachmittag gesagt wurde: "Fotos von der Landschaft sind ein Kunstwerk dessen Inhalt ein Kunstwerk ist".
Im anderen Teil der Ausstellung sind Fotografien, die im Rahmen des Fotowettbewerbes zum Kunstwanderweg eingesandt wurden, zu sehen. Letzterer wurde im Sommer des letzten Jahres eröffnet und verbindet auf einer Route durch die Fläminglandschaft die Bahnhöfe Wiesenburg und Belzig. Entlang der 17 Kilometer langen Strecke stehen zehn Kunstwerke am Wegesrand - immer im Zusammenspiel mit der sie umgebenden Landschaft. 28 eingereichte Fotos von Menschen au der Region zeigen aus ganz verschiedenen Sichtweisen die Vielfalt dieses Wanderweges. Die Aufnahmen können während der Ausstellung von den Besuchern bewertet werden. Mitte Septemberwerden die Preisträger gekürt.